Autorenlesung – Wulf Dorn 13.10.2018 in Holzwickede

 

Bei “Mord am Hellweg” geht es derzeit Schlag auf Schlag. Die Autoren geben sich am Hellweg quasi die Klinke in die Hand. Gestern konnte man im Rathaus Holzwickede den Bestsellerautoren Wulf Dorn bei seiner Lesung erleben.

Bereits das Rathaus an sich, dass in prächtigen wechselnden Farben beleuchtet wurde, schuf eine wirkungsvolle Atmosphäre. Angesichts des schönen Wetters und der milden Temperaturen hätte man sich glatt eine Open Air-Lesung gewünscht. Das sah auch Wulf Dorn so, den wir (meine Kühlwalda und ich) bereits vor der Lesung auf dem Marktplatz vor dem Rathaus antrafen. Da sich verblüffenderweise niemand so recht an ihn herantraute, hatten wir die Gelegenheit, uns ein wenig mit ihm zu unterhalten. Hierbei zeigte er sich als humorvoller, offener und nahbarer Gesprächspartner.

Dieses setzte sich auch in der Lesepause fort, in der er auch verriet, dass er, wenn Alles gut läuft, in 2019 gleich zwei Bücher veröffentlichen wird. Wulf Dorn-Fans dürften bei dieser Nachricht in vorfreudige Erregung verfallen. 😉

Nach der Vorstellung im Rathaus durch Frau König-Krämer stieg Wulf Dorn nicht direkt in die Vorlesung ein. Vielmehr unterhielt er sein Publikum mit der Einschätzung, dass die Deutsche Bahn und auch die Navigationsgeräte im Auto mit ihren Unwägbarkeiten hinsichtlich Verspätungen, Zugausfällen und unvorhergesehenen Baustellen und Staus viel bessere Thrillerautoren seien. Sie treiben den Puls und die Anspannung ebenfalls in schwindelerregende Höhen.

Auch die Anekdote über seine Begegnung mit Stephen King, den er sehr verehrt, enthielt er den Zuschauern nicht vor. Dass er daraufhin seine Friseurin gewechselt habe, weil ihn der Großmeister des Horrors mit Billy Idol verwechselt habe, sorgte für große Erheiterung.

Im Prinzip hätte er die Zuhörer den ganzen Abend auch ohne Vorlesen unterhalten können.

Sein Ausgangspunkt für den Thriller “Die Kinder” aus dem er las, war die Frage “Was wird aus unserer Gesellschaft?” und in dem Zusammenhang zitierte er erschütternde Zahlen aus dem UNICEF-Kinderreport. Die Recherche zu dem Thriller war für ihn auch dementsprechend belastend.

Die Lesepassagen, sowohl aus “Die Kinder” als auch sein Beitrag “Die Perlenhochzeit” zur Anthologie “Henkers.Mahl.Zeit” waren derart hervorragend vorgetragen, dass man ihm seine Erfahrungen auch auf diesem Sektor angemerkt hat. Immerhin hat er auch selbst die Hörbuch-Version von “Trigger” eingelesen. Dabei blieb er ebenso authentisch, wie auch in der abschließenden Fragerunde.

Hier erfuhren die Zuhörer unter anderem, dass sein Schreiballtag dem eines Büroalltages gleichzusetzen ist. Außer der nötigen Ruhe benötigt er beim Schreiben auch kein festes Ritual, da er das Schreiben eher als Handwerk versteht, welches keine Rituale benötigt.

Mit seiner sympathischen und bodenständigen Art hat er es verstanden, sein Publikum zu begeistern, das sich dann auch gerne für die Signierrunde anstellte.

Alles in Allem war es eine absolut gelungene Veranstaltung, bei der die falsch gedruckten Eintrittskarten nicht ins Gewicht fielen. Hätte ich meine Eintrittskarte nicht signieren lassen, wüsste bis heute niemand, dass die Karten für die Lesung eines “Wolf Dorn” gedruckt wurden. 😀

4 Kommentare

  1. Na ja, rd. 150 Vorstellungen sind auch eine finanzielle Herausforderung. 😀 Ansonsten geht es mir ähnlich. Aber tröste Dich: Du hattest ja die FBM. 😉

    • Oh ja, das war sie. Mich hat vor allem die Lockerheit beeindruckt, mit der Wulf Dorn auch außerhalb der Lesung aufgetreten ist. Irgendwie erwartet man von einem Bestsellerautoren, dass er sich bein einem Auftritt in der “Pampa” eher abschottet. Dem war aber absolut nicht so.

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