ICH LÜGE BIS DU STIRBST von Gillian Hobbs [Rezension]

ICH LÜGE BIS DU STIRBST“ von Gillian Hobbs habe ich soeben beendet, und bevor mir wieder das Leben dazwischen kommt, will ich meine Eindrücke direkt mit Euch teilen. Hinter Gillian Hobbs verbirgt sich im Übrigen Nicole Siemer, die bereits einige spannende Thriller bzw. Psychothriller veröffentlicht hat.

    • Taschenbuch: 320 Seiten
    • Verlag: Empire-Verlag
    • ISBN: 978-3985950614
    • 14,99 EUR als Taschenbuch
    • 0,99 EUR als ebook (Stand: 19.06.2022)

 

 

 

 

 

 

Kurzbeschreibung: 

Wie weit würdest du für deine Rache gehen?

Ein Einzug ist für die Gemeinde des Küstenstädtchens St. Pit immer eine Sensation. Entsprechend überschwänglich und voller Neugier begrüßen die Bewohner das frisch hinzugezogene junge Pärchen aus der Großstadt und helfen sogleich, die Umzugskartons im Haus zu verstauen. Scarlett und Jacob Dyer scheinen sich wunderbar in die Idylle einzufügen, doch die Bewohner ahnen nicht, dass Scarlett in Wahrheit nur ein Ziel verfolgt: ihre Rache.

Scarlett Dyer hieß früher Olivia Lewis und ist erst vor kurzem aus dem Harrison Hill Hospital, einer psychiatrischen Klinik, entlassen worden. Ein chirurgischer Eingriff verhindert, dass man sie erkennt. Sie gibt sich charmant, hilfsbereit und humorvoll, doch hinter dem Rücken der ahnungslosen Gemeinde zieht sie Fäden, die St. Pit schon bald ins Chaos stürzen wird.

Als Scarlett einem alten Bekannten zu einem Bunker folgt, macht sie eine folgenschwere Entdeckung: Darin gefangen befindet sich Leila, ihre beste Freundin aus Kindertagen. Leila Griffin war ein Vorzeigekind, das unter den Regeln ihrer strengen Eltern litt, und voller Neid auf die sorglose Olivia. Ihre Freundschaft verwandelte sich in Hass und ein anfänglich harmloser Streich wurde zum Auslöser für Scarletts Racheplan. Scarlett kann ihr Glück kaum fassen, endlich kann sie es Leila heimzahlen. Doch Leila ist alles andere als eine gebrochene Seele. Ein Psychospiel beginnt, an dessen Ende nur der Tod wartet.

„Ich lüge, bis du stirbst“ ist wie eine Riesenwelle, die zunächst einen düsteren Schatten wirft, und am Ende nichts als Zerstörung hinterlässt.

Mein Eindruck:

Das Böse hält in Gestalt von Scarlett Dyer Einzug in das kleine Städtchen St. Pit. Schon recht bald wird deutlich, dass sie der Wunsch nach Rache zurückführt. Lange hat sie an ihrem Plan gefeilt und nun macht sie sich an die Umsetzung. Hierbei geht sie mit einer Perfidität zu Werke, die den Leser erschauern lässt.
Nach und nach streut sie Neid und Missgunst unter den Einwohnern, füttert sie mit den kleinen und großen Geheimnissen ihrer Nachbarn, Freunde und Vertrauten und setzt dabei eine Eskalationsspirale in Gang, die sich immer schneller dreht und immer mehr Opfer fordert.

Doch Scarletts Plan droht durch unvorhergesehene Ereignisse und Erkenntnisse zu scheitern. So war zum Beispiel nicht absehbar, dass Leila noch am Leben ist und sich zu einer gefährlichen Gegenspielerin entwickeln wird oder dass Willi gar nicht derjenige war, der Scarlett das größte körperliche Leid zugefügt hat.

Mit den Ränken, die Scarlett schmiedet, fühlt man sich immer wieder an „Needful Things – In einer kleinen Stadt“ von Stephen King erinnert. Ebenso wie Leland Gaunt spielt Scarlett mit den Emotionen und Eitelkeiten der Einwohner und reißt dabei tiefe Krater in die scheinbar heile Fassade.

Die Story reißt den Lesenden in einen Sog, dem er sich nicht entziehen kann. Denn nicht nur die Story ist fesselnd und temporeich, auch die Darstellung der einzelnen Figuren verfügt über eine überzeugende Dichte, ebenso wie die gesamte Atmosphäre. Der fesselnde Schreibstil tut sein Übriges, dass man das Buch erst aus der Hand legen will, nachdem die letzte Zeile inhaliert ist.

Mit „ICH LÜGE BIS DU STIRBST“ hat Gillian Hobbs einen brillanten Thriller geschrieben, der das Kopfkino anschmeißt und einen Blockbuster ablaufen lässt.

Bis auf ein marginales Hoppala im Lesefluss ist dieser Thriller eines meiner diesjährigen Highlights.

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