DÜNENKIND: NORDSEETHRILLER von Leonie Haubrich [Rezension]

Mit „DÜNENKIND: NORDSEETHRILLER“ präsentiert Leonie Haubrich ihr neuestes Werk. Da ich bisher nur die Cover ihrer Bücher kannte, war es nun an der Zeit, mich auch einmal damit zu befassen, was sich dahinter verbirgt. Vielen Dank an dieser Stelle für das Rezensionsexemplar.

    • Taschenbuch: 204 Seiten
    • Verlag: Independently published
    • ISBN: 978-1097602834
    • 8,99 EUR als Taschenbuch
    • 0,99 EUR als ebook (Stand 02.06.2019)

 

 

 

 

 

Kurzbeschreibung: 

Eine Landschaft, in der Wasser und Land verschwimmen, rätselhafte Nebelformationen – Marissa hat dem Leben auf der Hallig den Rücken gekehrt und ist nach Italien ausgewandert. Als sie erfährt, dass ihr Vater nur noch wenige Monate zu leben hat, kehrt sie nach dreißig Jahren in die Heimat zurück, um Abschied zu nehmen. Aber dann verschwindet ihre 12-jährige Halbschwester Mia und Marissa stößt auf eine Mauer des Schweigens. Ihr wird klar, dass sie sich ihrem größten Trauma stellen muss: Einst haben ihre Freunde sie bei einem Initiationsritus an der Bake Blauortsand festgebunden, um eine Nacht allein bei Flut auf dem Hochsand zu überstehen. Holt ihre Vergangenheit sie wieder ein? Sie begreift, dass die Gefahr auch für sie längst nicht gebannt ist.

Mein Eindruck:

Seit Generationen herrscht auf der Hallig Hulhan der Aberglaube vom Dikjendülmann, einem Dünengeist. Zu Lebzeiten starb er bei einem Schiffbruch.

Seit langer Zeit treffen sich Jugendliche, um einen Ritus zu vollziehen, der die Verbundenheit miteinander verstärken soll, die dem Dikjendülmann wohl nicht vergönnt war.

Dieser Ritus führt dazu, dass niemand die gebildete Gemeinschaft ohne Erlaubnis des „Hohen Rates“ verlassen darf, und jedes Mitglied der Gemeinschaft für ein bestimmtes anderes Mitglied verantwortlich ist.

Diese Hallig-Gemeinschaft weist schon starke Sektenzüge auf.

In diese Gemeinschaft kehrt Marissa zurück, um ihren Frieden mit ihrem Vater zu machen. Doch recht schnell merkt sie, dass sie auf der Hallig nicht willkommen ist. Dieses zeigen ihr nicht nur ihr Vater und ihre Stiefmutter, sondern auch ihre alte Clique.

Näher möchte ich auf den Inhalt nun nicht eingehen, um nicht zu viel zu verraten.

Grundsätzlich habe ich als aufgeklärter Mensch Probleme damit, mich für eine solch archaische Denkstruktur der Halligbewohner zu öffnen. Aber Leonie Haubrich hat es durch ihren plastischen Schreibstil geschafft, mich quasi als Beobachter auf der Hallig wiederzufinden.

Was zunächst wie ein Familiendrama beginnt, entwickelt sich im Laufe der Geschichte zu einem Thriller, dessen Entwicklung im Vorhinein kaum absehbar ist.

Die ein ums andere Mal eingestreuten Rückblicke entblättern allmählich die Geschehnisse, die sich um Marissas Abkehr von der Hallig ranken. Diese Rückblicke sind aus meiner Sicht jeweils zum richtigen Zeitpunkt der Geschichte gesetzt und verstärken die Charaktere, die eh schon recht ausgereift sind, mit einer zusätzlichen Portion Tiefe.

Der Spannungsbogen baut sich kontinuierlich auf und wird dann auch bis zum Showdown gehalten.

Insofern lässt sich festhalten, dass Leonie Haubrich einen gelungenen Thriller geschrieben hat, der sicherlich nicht nur Fans der Nordsee ansprechen dürfte.

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