DIE MÄDCHENWIESE von Martin Krist [Rezension]

Bei „DIE MÄDCHENWIESE“ von Martin Krist handelt es sich um eine Neuauflage des bereits 2012 gleichnamig erschienenen Buches. Da ich Martin Krist zu dem Zeitpunkt noch nicht auf dem Schirm hatte, habe ich gerne vom Angebot eines Rezensionsexemplares Gebrauch gemacht. Vielen Dank dafür!

    • Taschenbuch: 420 Seiten
    • Verlag: epubli
    • ISBN: 978-3748517511
    • 12,99 EUR als Taschenbuch
    • 0,99 EUR als ebook (Stand 18.03.2019)

 

 

 

 

 

Kurzbeschreibung: 

SIE SIND JUNG. SIE SIND SCHÖN. KEINER HÖRT IHREN TODESSCHREI.

Die alte Frau sieht alles kommen. Sie findet die grausam ermordeten Mädchen. Sie kennt ihren Mörder. Aber sie wird schweigen. Der kleine Junge bangt um seine verschwundene Schwester, denn er hat etwas gesehen. Er will reden, doch niemand hört ihm zu.
Seit Alex Lindner vor Jahren seinen Dienst als Kommissar quittiert hat, lebt er zurückgezogen in der Provinz. Als auch hier ein Mädchen verschwindet, weiß er: Der Mann, den er damals vergeblich jagte, ist zurück. Diesmal muss er ihn fangen, denn der Blutzoll wird steigen.

Mein Eindruck:

Finkenwerda ist ein fiktiver Ort nahe Berlin, der im Sterben liegt. So erscheint es für den Großteil der Bevölkerung kaum verwunderlich, dass Lisa Theis nach ihren Streitigkeiten mit ihrer Mutter spurlos verschwindet.

Doch schon der Prolog lässt erahnen, dass Lisa nicht einfach nur ausgerissen ist. Sie befindet sich in der Gewalt eines brutalen Serienmörders und man bangt nahezu den ganzen Thriller über, ob sie ihm entkommen kann.

Währenddessen erfolgt eine fieberhafte Suche nach ihr. Allen voran steht Alex Lindner, der nach dem Rückzug aus dem Polizeidienst die Dorfwirtschaft betreibt. Denn das Verschwinden von Lisa weist Parallelen zu dem ungeklärten Fall auf, der Grund für seinen Rückzug war.

Die Lösung des Falles liegt in weiter Vergangenheit.

Martin Krist hat hier einen Thriller geschaffen, der nicht von Action geprägt ist, sondern vielmehr von einer hohen psychologischen Dichte.

Auch wenn ich persönlich ein paar Probleme hatte, mich in Finkenwerda als Ort einzufinden, war dieser für den Plot absolut passend gewählt. Denn Finkenwerda spiegelt in meinen Augen die zunehmende Hoffnungslosigkeit, die die Suchenden erfasst.

Durch die wechselnden Perspektiven und den Schreibstil, den ich beinahe als einfühlsam bezeichnen möchte, bleibt der Leser um die Geschehnisse stets auf dem Laufenden und lässt ihn miträtseln.

Hinweise auf den Täter und das Motiv geben die eingeschobenen Rückblenden, die einen teilweise schaudern lassen. Die hier gewählte „antiquierte“ Ausdrucksweise gibt die Gefühlswelt und das Dilemma der schildernden Person sehr prägnant wieder.

Die Charaktere sind allesamt recht scharf gezeichnet und in ihren Handlungen größtenteils nachvollziehbar. Und wenn man sich dabei erwischt, dass man den Protagonisten zurufen möchte, dass man Sam, den kleinen Bruder von Lisa, doch einmal ausführlich zu Wort kommen lassen soll, weil er zur Lösung des Falles beitragen könnte, weiß man, dass es Krist geschafft hat, den Leser erneut zu fesseln.

Martin Krist beherrscht also nicht nur die Action-Klaviatur, sondern versteht sich auch auf durchaus leise Töne.

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