KLOSTERKIND von Anna Castronovo [Rezension]

Als ehemaliger Insasse eines Heimes der öffentlichen Erziehung, wie es so schön hieß, fühlte ich mich von „KLOSTERKIND“ direkt angesprochen, und war dankbar, als Anna Castronovo ihr Buch zur Rezension angeboten hatte.

    • Taschenbuch: 316 Seiten
    • Verlag: Books on Demand
    • ISBN: 978-3752821093
    • 10,99 EUR als Taschenbuch
    • 4,99 EUR als ebook (Stand: 28.12.18)

 

 

 

 

 

Kurzbeschreibung: 

Sizilien 1981: Die siebenjährige Filomena ist verzweifelt. Ihre Mutter hat sie in ein Klosterinternat gebracht, in dem strenge Klausur herrscht. Um zu fliehen, macht sie sich auf die Suche nach einem unterirdischen Gang, der aus dem Kloster herausführen soll. Bei ihren heimlichen Streifzügen stößt sie auf die Spuren von Seur Maria Crocifissa della Concezione, die vor dreihundert Jahren im selben Kloster lebte und in den düsteren Gängen dem Teufel begegnete. Die Geschichte der Nonne zieht Filomena immer mehr in ihren Bann, bis sie eines Tages beginnt, von Madre Crocifissa zu träumen …
Warum wurde Filomena ins Kloster gebracht? Wird sie ihre Mutter je wiedersehen? Und was hat es mit der geheimnisvollen Nonne auf sich?
Die Klostergeschichte und die Legenden um Madre Crocifissa beruhen auf wahren historischen Begebenheiten.

Mein Eindruck:

Schon alleine der Einstieg ins Buch nach dem Prolog hat mich gefesselt, so dass dieses Buch unbedingt zu Ende gelesen werden musste. So treffend und punktgenau, wie Anna Castronovo die Gefühlswelt Filomenas beschreibt, als sie von ihrer Mutter ins Klosterinternat gebracht wurde, rührt es emotional an. Nachdem somit schon der erste Grundstein gelegt wurde, folgt man Filomena nur zu gerne, um zu erfahren, wie sie ihr Heranwachsen in der „Drinnenwelt“ meistert.

Zunächst als Neue ausgegrenzt und bestrebt, dem Kloster zu entkommen um endlich wieder zu ihrer Familie zurückzukehren, lernt sie im Verlaufe der Geschichte, sich den Umständen anzupassen. Dennoch bleiben ihre Ängste und Zweifel immer existent und treiben sie immer wieder um.

Ablenkung erfährt Filomena durch die Erzählungen ihrer Ziehmutter Suor Immacolata, die ihr die Lebensgeschichte von Maria Crocifissa nahebringt. Häppchenweise erfährt der Leser wie Filomena von den Ereignissen und Mysterien, die sich vor Jahrhunderten abgespielt haben sollen. Filomena erkennt Parallelen und fühlt sich Maria Crocifissa immer weiter zugewandt, bis sie ihr tatsächlich begegnet.

Schon alleine Filomenas Klostergeschichte und die Vita von Maria Crocifissa bieten Stoff für jeweils ein eigenes Buch. Doch Anna Castronovo hat es nahezu perfekt verstanden, die beiden Geschichten miteinander zu verweben. Das gelingt ihr sowohl auf der psychologischen als auch auf der Spannungsebene.

Neben dem fließenden Schreibstil bleibt die atmosphärische Dichte, mit der die Geschichte erzählt wird, haften. Und selbst, wer mit der römisch-katholischen Kirche und ihren Riten nichts am Hut hat, wird von der Entwicklung, die Filomena nimmt, gebannt sein.

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