Blogparade: eBook oder gedrucktes Buch?

Auf Senkpiel gibt es eine Blogparade zur spannenden Frage “eBook oder gedrucktes Buch?”, an der ich gerne teilnehme, weil ich mich schon lange zu diesem Thema äußern wollte.

Die Einen präferieren das gute alte Buch, weil sie das haptische Erlebnis nicht missen möchten. Für sie gehört die Aufmachung des Buches, das jeweilige Gewicht und das Blättern der Seiten zu ihrem Leseerlebnis, wie für mich Waffeleier zu Ostern. Nicht zu vergessen, der unnachahmliche Geruch, der für mich das Allerwichtigste ist, wenn ich ein frisches Buch aufschlage.

Ja, ich bin bekennender Buchinhalierer! 😀

Die Anderen schwärmen für das geringe Gewicht ihres eBook-Readers und die Tatsache, daß man so viele Bücher darauf speichern kann, wie man vermutlich sein Leben lang gar nicht lesen kann und wird. Hinzu kommt mitunter auch die Preisersparnis, die viele eBooks gegenüber Papierbüchern aufweisen und die schlanke Entsorgung ausgelesener Bücher. Auch ist die Einstellbarkeit der Schriftgröße ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn es denn nötig ist.

Meiner Meinung nach haben beide Argumentationen etwas für sich. Was für mich aber absolut unverständlich ist, ist die Tatsache, daß die beiden Fraktionen mitunter einen derart missionarischen Eifer entwickeln, um Andere von ihrer Ansicht zu überzeugen. Beim Lesen solcher Diskussionen traut man sich teilweise gar nicht, dort seinen Senf hinzuzugeben,weil man nicht in einen Religionskrieg hineingezogen werden möchte. Ähnliches erlebt man ja auch bei der Browserwahl, oder der Frage, welches Antivirenprogramm man nutzt. Aber ich schweife ab. 😉

Ich selbst war erst sehr zögerlich, was eBook-Reader betrifft. Ich sah den eBook-Reader zunächst als Ausweichmöglichkeit Vieler, die sich nicht trauten, ihre “Hausfrauenpornos” wie “50 Shades of Grey” öffentlich zu präsentieren. Da dieses nun nicht zu meinem bevorzugten Genre gehört, amüsierte mich der Anblick der eBook-Leser in den öffentlichen Verkehrsmitteln zunächst.

Nachdem ich aber mein erstes Kindle Fire angeschafft hatte, beschäftigte ich mich näher mit der Materie und siehe da: meine anfängliche Skepsis schlug langsam, aber allmählich um und ich entdeckte die Vorteile, die sich mir das Tablet als eBook-Reader bot.

Bislang hatte ich als Berufspendler mit jeweils rund 20 Minuten Fahrtzeit immer ein Buch im Rucksack und ich bin in der Behandlung eines Buches sehr penibel. Beim Lesen das Buch so klappen, daß sich eine Falz im Buchrücken bildet? Das verursacht bei mir persönliche Schmerzen und meine Kinder können von meiner Schnappatmung berichten, wenn ich eines ihrer Bücher so in ihrem Zimmer liegen sehe.

Mit dem eBook-Reader bzw. Tablet besteht die Gefahr nicht, daß ich den Büchern auf meinen Wegen ein Leid zufüge. Zudem mag ich das geringe Gewicht, daß auf den Wegen zum Bahnhof auf meinem Rücken lastet.

Dennoch möchte ich nach wie vor nicht auf das gemeine Buch verzichten und gerne führe ich mir das dann zuhause auf dem Sofa oder im Bett zu Gemüte.

Für mich stellt sich also nicht die Frage, ob eBook-Reader oder Buch! Meine Antwort lautet: eBook-Reader UND Buch! Ich bezeichne mich selbst als Hybrid-Leser. Und wer das Eine oder das Andere präferiert, darf das gerne tun, aber er sollte nicht versuchen, Anderen seine Meinung dazu aufzuzwingen. Denn wichtig ist und bleibt letzendlich: man liest!

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