SÜNDENMEER von Cookie Ellerdahl [Rezension]

Es gibt Rezensionen, die hämmern sich nahezu von alleine in die Tastatur. Und es gibt Rezensionen, mit denen man sich unheimlich schwer tut. „SÜNDENMEER“ von Cookie Ellerdahl gehört für mich eindeutig in die zweite Kategorie und das aus mehreren Gründen, auf die ich vielleicht noch später eingehen werde.

    • Taschenbuch: 266 Seiten
    • Verlag: Selfpublisher
    • ISBN: 979-8464164703
    • 11,99 EUR als Taschenbuch
    • 2,99 EUR als ebook (Stand: 17.01.2022)

 

 

 

 

 

 

Kurzbeschreibung: 

 
Der Tod hat unzählige Gesichter. In beinahe jedes habe ich geblickt. Unangreifbar und heldenhaft bin ich gewesen, bis mein Partner ermordet wurde. Sein Tod hat mir alles entrissen: den Job in der Mordkommission Oslo, die Überzeugung unverwundbar zu sein und meine Geschichte mit Frida, der Polizeichefin. Meinen Protest ignorierend, hat sie mich auf die friedlichen Lofoten-Inseln versetzt, damit ich wieder auf die Beine komme. Dort hat sie mir die Leitung über eine kleine Wache übertragen.

Doch die Ruhe verwandelt sich in einen Albtraum.

Plötzlich taucht eine Leiche aus den eisigen Fluten des Nordmeeres auf. Ermordet. Weitere Bluttaten bringen ein mörderisches Geheimnis ans Licht. Während wir dem Täter blind nachjagen, hinterlässt er eine Spur der Vernichtung, die auf religiösen Wahn deutet. Niemand ahnt, wie nah er uns bereits gekommen ist.

Er ist der Sturm, der uns zerreißt, und treibt mich über alle Grenzen, bis ich nur noch eins im Sinn habe: seinen Tod!

Der erste Fall für Karl Rasmussen & Luca Ferrari auf den norwegischen Lofoten-Inseln.

Mein Eindruck:

Man nehme 12 Instagram-Follower und deren ersonnenen Figuren, mische diese und konstruiere daraus einen Thriller, der in den eisigen Lofoten spielt.

Klingt bekloppt und nach einer enormen Herausforderung? Ist es aus meiner Sicht auch. Doch Cookie Ellerdahl hat sich dieser Herausforderung gestellt, und daraus „SÜNDENMEER“ geschaffen, den ersten Fall für Karl Rasmussen und Luca Ferrari.

Karl wird nach dem Tod seines Partners von Oslo auf die Lofoten versetzt. Am berühmten-berüchtigten Arsch der Welt soll er einmal zur inneren Ruhe und Einkehr finden. Allerdings war nicht abzusehen, dass Karl am Strand auf eine übel zugerichtete Leiche trifft. Für die Ermittlungen wird ihm, zunächst gegen seinen Willen, Luca Ferrari aufs Auge gedrückt, um gemeinsam den Fall zu lösen. Und es bleibt im weiteren Verlaufe nicht nur bei einem Mord.

Die Story ist in der Gegenwartsform geschrieben, und entwickelt auch dadurch eine besondere Form der Spannung. Sowohl Karl als auch Odd, sein Gegenspieler, erzählen jeweils aus der Ich-Perspektive. Dieses schafft zu beiden Figuren eine besondere Nähe, selbst wenn man dieses nicht unbedingt aufgrund seiner eigenen moralischen Wertvorstellungen nicht möchte.

Die beiden werden mit einer psychologischen Tiefgründigkeit dargestellt, dass man nicht ein Wort dieses Thrillers verpassen will. Man fiebert, fühlt und leidet förmlich mit Ihnen mit. Und sie haben beide viel zu leiden. Durch die Perspektivwechsel verliert die Story zu keiner Zeit den Spannungsbogen, sondern spannt ihn immer weiter bis zu seinem unausweichlichen Höhepunkt.

Auch die anderen Figuren sind liebevoll, detailliert und mitunter mit Karls trockenem Humor versehen, dargestellt und man verliert trotz der Vielzahl zu keinem Zeitpunkt den Überblick.

Das Erzähltempo ist recht hoch, der Schreibstil fesselnd und lässt „SÜNDENMEER“ so zu einem absolut spannenden und intensiven Leseerlebnis werden.

Wer also auf der Suche nach einem psychologisch dichten, spannenden Thriller ist, wird in „SÜNDENMEER“ einen finden, der einen sehr hohen Inhalationsfaktor hat.

Nachsatz: Warum ich mich so schwer getan habe mit der Rezension? Ich hatte das Vergnügen, eine der Figuren beizusteuern und wollte diesen freudigen Umstand erst einmal sacken lassen, um nicht Gefahr zu laufen, keine objektive Rezension zu verfassen. Doch ich denke, ich habe nun nach ein paar Monaten den nötigen Abstand gewonnen, um dennoch von diesem Thriller restlos begeistert zu sein. 😉

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3 Kommentare

  1. ? Freu! Danke für diese wundervolle Rezi, lieber Jörg. Und danke für einen der beliebtesten Darsteller der Geschichte. Du hast mich sehr inspiriert, so sehr, dass ich dich, bzw. Gunnar Hansen in Band 2, mit nach Spitzbergen nehmen musste. Zieh dich warm an, denn dort wird es keine warme Decke für dich geben. ?

    Ganz liebe Grüße
    Cookie ⚘

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