DIE TOCHTER DES PRÄSIDENTEN von Bill Clinton und James Patterson [Rezension]

„DIE TOCHTER DES PRÄSIDENTEN“ von Bill Clinton und James Patterson lächelte mich kürzlich in der Bibliothek an und ich war geneigt, den beiden eine neue Chance zu geben. „THE PESIDENT IS MISSING“ hatte mich nämlich nicht wirklich vom Stuhl gerissen.

    • gebundenes Buch: 560 Seiten
    • Verlag: Harper Collins
    • ISBN: 978-3749902507
    • 23,00 EUR als Taschenbuch
    • 16,99 EUR als ebook (Stand: 04.07.2021)

 

 

 

 

 

 

Klappentext: 

Die Familie des Ex-Präsidenten und Navy SEAL Matthew Keating steht auf der Todesliste eines der weltweit gefährlichsten Terroristen. Nachdem eine gescheiterte Militäraktion in Libyen ihn seine zweite Amtszeit gekostet hat, lebt er nun mit seiner Frau und der gemeinsamen Tochter im ländlichen New Hampshire. Alles, was er will, ist, mit seiner Familie ein ruhiges, anonymes Leben zu führen. Als seine Tochter entführt wird, helfen ihm jedoch nicht seine politischen Verbindungen oder die Macht, die er als Präsident hatte, seine Familie zu schützen, sondern sein hartes SEAL-Training. Kann er seine Tochter vor den Terroristen in Sicherheit bringen, bevor es zu spät ist?

Mein Eindruck:

Der Klappentext gibt alles Wesentliche des Inhaltes wieder, so dass ich dieses hier nicht noch einmal vertiefen möchte.

„DIE TOCHTER DES PRÄSIDENTEN“ reiht sich nahtlos in den knappen, aber prägnanten Schreibstil Pattersons ein. Dadurch ist ein hohes Erzähltempo vorprogrammiert und tut im Regelfall jedem Thriller gut.

Die Figuren waren meiner Meinung nach derart klischeehaft dargestellt, dass man vermuten könnte, das Buch zielt nahezu ausschließlich auf eine Verfilmung ab – die entführte Tochter Melanie zeichnet sich eher durch entnervenden postpubertäres Verhalten aus, als dass man ihr ein Entführungsopfer abnehmen würde; Papa Keating ist so durch und durch ehrbar und integer, dass man ihn zum nächsten Papst proklamieren könnte.

Den Part der verschlagenen Russen haben mittlerweile verschlagene Chinesen übernommen. Wenigstens hier geht er ein wenig mit dem Zeitgeist.

Bei einer solch klaren Rollenverteilung von Gut und Böse ist denn dann auch der Verlauf absolut vorhersehbar, bis hin zu den Figuren, die ihr Leben lassen werden. Ein recht früh gesetzter Höhepunkt verpufft im weiteren Verlauf derart schnell, dass man sich fragt, ob es ihn überhaupt gab.

Welchen Einfluss hier Bill Clinton auf „DIE TOCHTER DES PRESIDENTEN“ gehabt haben soll, entzieht sich mir vollkommen. Für die administrativen Vorgänge im und rund ums Weiße Haus hätte es seiner Mitwirkung nicht bedurft. Das hätte jeder mittelmäßige Schüler, der in Politik und Geschichte aufgepasst hat, ebenso hinbekommen. Allerdings hätte sein Name auf dem Cover nicht so viele Käufer gezogen. 😉

Was bleibt mir also von diesem Thriller? Man muss nicht jeder Versuchung in der Bibliothek nachgeben – das lernt man dann, wenn sie sich als 560 Seiten dicker Groschenroman entpuppt. „DIE TOCHTER DES PRÄSIDENTEN“ kann man lesen, wenn man nichts anderes mehr zuhause hat.

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