DIE ERFINDUNG DES DOSENÖFFNERS von Tarkan Bagci [Rezension]

Für „DIE ERFINDUNG DES DOSENÖFFNERS“ von Tarkan Bagci sollte ich nach dem Wunsch unserer Gemeindebibliothek als „Testobjekt“ dienen. Nun, Wunsch ist Wunsch und ich kann mich dem immer schlecht entziehen. Außerdem war es eh mal wieder an der Zeit, mal wieder den Krimi- und Thriller-Trampelpfad zu verlassen.

    • gebundenes Buch: 256 Seiten
    • Verlag: Ullstein Buchverlage
    • ISBN: 978-3864931345
    • 20,00 EUR als gebundenes Buch
    • 8,99 EUR als ebook (Stand: 28.03.2021)

 

 

 

 

 

 

Kurzbeschreibung: 

Als Star-Journalist über die ganz großen Themen berichten, das ist Timur Aslans Traum. Statt Karriere zu machen, steckt er in der Lokalredaktion einer Kleinstadtzeitung fest. Hier schreibt er Artikel über Hühnerzüchter und Rentner-Kegelclubs und hasst jeden Buchstaben, den er dazu tippen muss. Auf der Suche nach einer großen Story trifft er auf die 70-jährige Annette, die behauptet, dass sie den Dosenöffner erfunden hat. Was als Recherche beginnt, endet in einer ungewöhnlichen Freundschaft. Denn Timur muss feststellen, dass Erfolg und Glück zwei ganz unterschiedliche Dinge sind.

Mein Eindruck:

Im kleinen Kaff Steinfeld lebt Timur Aslan mit seinem Vater, seine Mutter ist vor Jahren gestorben. Seine Tätigkeit als freier Mitarbeiter der Lokalredaktion erfüllt ihn nicht gerade mit Freude, denn er lauert auf ein Volontariat beim Westfälischen Anzeiger, das ihm Zugang zu zukünftigem Erfolg bereiten soll.

Timurs Selbstzweifel, angesichts der angeblich erfolgreichen Karrieren, die seine ehemaligen Mitschüler Benjamin, Florian und Özlem eingeschlagen haben, fand ich sehr treffend dargestellt und lassen den Leser schon in der Hinsicht mit ihm mitfühlen.

Seine Chance, die in der geheimnisumwitterten Annette liegt, erkennt er zunächst nicht. Dass sie den Dosenöffner erfunden haben will, verspricht halt nicht die Story, die er sich erhofft hatte. Doch angesichts der Alternativen, über die er einen Artikel verfassen soll, entschließt er sich doch, Annette noch einmal aufzusuchen.

Und so schließen sie einen Deal: Timur fährt Annette im Rollstuhl herum, und sie erzählt ihm ihre Geschichte. Und schon der erste Teil der Geschichte ließ mich, bildlich gesprochen, an ihren Lippen hängen. Ihre Erlebnisse waren humorvoll und anrührend zugleich, so dass man stundenlang hätte weiterlesen können, ohne das Interesse zu verlieren. In diesem Part hat es Tarkan Bagci geschafft, den Leser in seinen Bann zu ziehen. Diese Intensität, mit der Annette von ihren damaligen Träumen berichtet, habe ich als sehr intensiv wahrgenommen. Und so kann man es gar nicht so recht fassen, wenn sich ihre Wege wieder trennen, weil Annette in die Schweiz gefahren werden will, um noch einmal ihren verstorbenen Mann zu besuchen.

Doch man ahnt es: die Fahrt findet statt, und auch wenn die Intensität für mein Empfinden nicht mehr das vorher beschriebene Level erreicht, bleibt es dennoch auf einem recht hohen Niveau.

Und so erfährt man schlussendlich nicht nur, wie Annette den Dosenöffner erfunden hat, sondern auch, welches Geheimnis sie noch mit sich herum trägt – Überraschung vorprogrammiert! 😉

Die Figuren sind ebenso lebensecht gezeichnet, wie ihre Gedankengänge. Nicht nur die Interaktion zwischen Timur und Annette waren herzerwärmend, auch die Beziehung zwischen Timur und seinem Vater ist von Feinsinn geprägt.

Wer also auf kurzweilige Unterhaltung steht, die ein versonnenes Schmunzeln mit genussvollen Seufzen kombiniert, sollte sich „DIE ERFINDUNG DES DOSENÖFFNERS“ zu Gemüte führen.

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