DIE ANGST DER SCHWEIGENDEN von Nienke Jos [Rezension]

“DIE ANGST DER SCHWEIGENDEN” von Nienke Jos – kaum eine andere Ankündigung hatte mich so elektrisiert wie diese! Immerhin hat mich ihre Reihe “DIE EINSAMKEIT DER SCHULDIGEN” schon derart begeistert, dass ich neugierig war, ob sie dieses noch einmal wiederholen kann. Herzlichen Dank an dieser Stelle an den Gmeiner Verlag für das Rezensionsexemplar!

    • Taschenbuch: 309 Seiten
    • Verlag: Gmeiner Verlag
    • ISBN: 978-3839227206
    • 15,00 EUR als Taschenbuch
    • 11,99 EUR als ebook (Stand: 06.03.2021)

 

 

 

 

 

 

Kurzbeschreibung: 

Tragfähigkeitsannahmen, Berechnungsmodelle, Zahlen: Inna ist Statikerin. In ihrem Leben gibt es keine Zufälle. So ist auch der eisige Wind nur ein kalkulierbarer Vorbote, der sich im Laufe des Tages zu einem Schneesturm kumulieren soll. Ein gewaltiger Schneesturm, der Inna eine ganze Nacht lang festhält, in einer alten Fabrikhalle weit außerhalb der Zivilisation. Mit Igor. Igor, der plötzlich auftaucht und behauptet, vom Unwetter überrascht worden zu sein…

Mein Eindruck:

Nun ist es schon einige Zeit her, seit ich “DIE ANGST DER SCHWEIGENDEN” beendet habe, und stehe immer noch vor der Frage, wie ich meine Eindrücke bestmöglich wiedergeben soll. Nienke Jos hat es geschafft, mich auf eine mitreißende Reise mitzunehmen, die ich kaum in Worte fassen kann – und das soll schon was heißen. 😉

Diese Reise verläuft keineswegs linear, so dass man sich hier an einer Inhaltsangabe versuchen sollte. Die verschiedenen Handlungsstränge werden vielmehr eher fragmentarisch dargestellt und wechseln stetig, nicht nur im Ort, sondern auch in der Zeit. Auf der einen Seite erscheint dieses verwirrend, denn man taumelt als Leser durch die Geschichte und versucht, sie sowohl zu fassen als auch zu erfassen. Auf der anderen Seite schafft es Nienke Jos durch ihren feingeschliffenen Schreibstil, dass sich dieses Taumeln in einen packenden Sog verwandelt, der einen immer weiter mitzieht und bis in tiefe psychologische Finsternis führt.

Dieser Schreibstil spiegelt, meiner Meinung nach, die scharfe Beobachtungsgabe der Autorin wider und erhöht die Spannung noch einmal zusätzlich.

Auch wenn man nicht alles auf Anhieb versteht, und sich das Gesamtbild erst allmählich erschließt, versteht sie es nahezu brillant, die Neugier darauf zu wecken und den Spannungsbogen durchweg aufrecht zu erhalten – schon alleine, weil man in keiner Weise absehen kann, was einen auf der nächsten Seite erwartet. Hierbei macht sie auch nicht vor dem einen oder anderen Schockmoment Halt, der die persönliche Schmerzgrenze bis zum Letzten ausreizt.

Warum “DIE ANGST DER SCHWEIGENDEN” als Thriller deklariert ist, erschließt sich mir nicht. Denn diese atmosphärische Dichte, gerade in dem gegenseitigen Belauern von Inna und Igor, die etwas von einem Kammerspiel hat, und diese psychologische Tiefe sind nicht unbedingt das, was den “gemeinen” Thrillerleser übermäßig ansprechen dürfte.

Dieses Buch ist meiner Ansicht nach eindeutig ein PSYCHOthriller, und zwar einer der besten und mitreißendsten, der mir seit langer Zeit untergekommen ist und auch noch eine Zeitlang nachhallen wird.

Ich schätze, “DIE ANGST DER SCHWEIGENDEN” dürfte je nach Erwartungshaltung in den Bewertungen ziemlich polarisieren. Ich für meinen Teil stehe auf der Seite derer, die ein grandioses Werk gelesen haben. 😉

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