DER BIBELKILLER von Valeska Réon [Rezension]

Bei “DER BIBELKILLER” von Valeska Réon war ich mir nicht sicher, was mich erwartet. Bibel und Killer sind mein Metier, Niederlande und Kunst eher nicht so. Aber mein Hang zu lokalen Autoren überwog meine ambivalenten Gefühle.

    • Taschenbuch: 280 Seiten
    • Verlag: telegonos-publishing
    • ISBN: 978-3946762461
    • 13,90 EUR als Taschenbuch
    • 4,99 EUR als ebook (Stand: 03.01.2021)

 

 

 

 

 

 

Kurzbeschreibung: 

Maastricht 1978: Der Bibelkiller hält die Stadt in Atem. Bei seinen Morden stellt er die biblischen Plagen auf den Gemälden des Malers Rui de Lombarde nach – der ist jedoch bereits 1962 unter mysteriösen Umständen verschwunden.
Kommissar Stijn van der Rijns versucht mithilfe der Kunsthistorikerin Tessa van Eertvelt alle Rätsel zu lösen, die der Mörder ihnen aufgibt. Denn der will, so absurd dies auch sein mag, anscheinend unbedingt gefasst werden.
Ist Rui de Lombarde gar nicht tot und will nach all den Jahren endlich seine Rache? Sucht er seine Opfer willkürlich aus oder steckt ein System dahinter? Und vor allem: Welches Geheimnis möchte er unbedingt an die Öffentlichkeit bringen?
In einem Wettlauf gegen die Zeit setzt Stijn alles daran, den wahnsinnigen Mörder zu stoppen – und muss dabei tiefer in seine eigene Vergangenheit eintauchen, als ihm lieb ist …

Mein Eindruck:

Eine gekreuzigte, entmannte Leiche vor der Servatiusbasilika in Maastricht bildet scheinbar den Auftakt zu einer Mordserie, die Stijn van der Rijns und seinen Assistenten Henk Peeters vor kniffelige Herausforderung stellt. Wie sich im Laufe der Ermittlungen herausstellt, ist dieses nicht das erste Opfer des “Bibelkillers”, wie ihn die Presse getauft hat.

van der Rijns erhält bei der Suche nach dem Bibelkiller weitere Unterstützung durch Pim Janssen und Mia de Jong aus der Gerichtsmedizin, seiner Mutter Mareike und Tessa van Eertvelt, einer Kunsthistorikerin – wobei sich die beiden nicht nur auf beruflicher Ebene sehr nahe kommen.

Wer das Buch in Erwartung eines reinen Krimis lesen möchte, wird überrascht werden. Denn “DER BIBELKILLER” ist viel mehr als das. Die Rückblenden, die dem Leser die Protagonisten nahe bringen, ähneln einer spannenden Biographie und vermitteln den Figuren eine beeindruckende Tiefe, wie ich sie in der Form nur sehr selten erlebt habe. Hier tritt der eigentliche Fall bisweilen in den Hintergrund, was meiner Ansicht nach aber überhaupt kein Nachteil ist.

Auf diese Weise wird auf mehreren Ebenen eine fortwährende Spannung erzeugt, die sich durch das komplette Buch zieht, bis hin zum Geständnis, das mich außerordentlich geflasht hat.

Bei aller Tiefe der Figuren ist es mir noch ein Bedürfnis, meinen Favoriten hier herauszustellen: das ist eindeutig Henk. Ich wage zu bezweifeln, dass ein “Aspie” bereits im Jahr 1978 Verwendung in einer solchen Position gefunden hat und dass der Begriff “Asperger-Syndrom” zu diesem Zeitpunkt schon geläufig war, doch seine Figur ist dermaßen treffend dargestellt, dass man sich automatisch mehr von ihm zu lesen wünscht.

Der Schreibstil ist recht gefällig und wird sowohl dem Krimianteil als auch dem “Biographie”-Anteil gerecht. Ein paar weniger “nett” im Text hätte ich persönlich bevorzugt, nicht nur weil es mein persönliches Unwort ist. 😉 Doch dieser Kritikpunkt ist im Gegensatz zur Intensität von “DER BIBELKILLER” absolut subjektiv und darüber hinaus zu vernachlässigen.

Wer einen anspruchsvollen, emotional packenden Krimi sucht, sollte sich “DER BIBELKILLER” zulegen.

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