MISSION AFRIKAKONFERENZ von H. G. Schulz [Rezension]

„MISSION AFRIKAKONFERENZ“ von H. G. Schulz ist meine erste „offizielle“ Begegnung mit einem Autoren aus dem Selfpublisher-Verband. Ich bin ja seit einiger Zeit und nach wie vor stolzes Mitglied der dortigen Bloggerlounge. 😀 An dieser Stelle herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar!

    • Taschenbuch: 276 Seiten
    • Verlag: Selfpublisher
    • ISBN: 978-3752963649
    • 9,99 EUR als Taschenbuch
    • 5,99 EUR als ebook (Stand: 17.08.2020)

 

 

 

 

 

Kurzbeschreibung: 

Berlin 1885: Afrika wird auf der Afrikakonferenz unter den Industrienationen aufgeteilt. Berlin heute: Niam, ein junger Kongolese hat sich durchgeschlagen. Im Gegensatz zu Hunderttausenden anderer Afrikaflüchtlinge hat er eine Mission. Er sucht in Berlin Gerechtigkeit für seinen geschundenen Kontinent. Als Asylant überwindet Niam auf seinem Weg Rückschläge. Ja, er setzt sogar seine neu gewonnene Existenz aufs Spiel – alles für dieses eine Ziel. Wird es ihm gelingen? Gibt es eine zeitgemäße Antwort auf die Kolonialisierung Afrikas?

Mein Eindruck:

Der Roman startet mit der Gerichtsverhandlung in Berlin, der sich Niam Mutombo stellen muss. Was ihm zur Last gelegt wird, wird zu Beginn nicht ersichtlich. Vielmehr wird die Geschichte erzählt, die Niam in die jetzige Situation gebracht hat.

Geboren und aufgewachsen im Kongo wird Niam im Frühjahr 2015 von seinem Onkel auf eine Mission in Richtung Berlin geschickt. Sie lautet nicht mehr und nicht weniger, das Recht auf eine neue Afrikakonferenz zu durchzusetzen. Auf welche Weise er dieses erreichen soll, wird ebenfalls nicht offenbart.

Und so verfolgt der Leser Niams langen Weg, der ihn auf vielen Etappen nach Berlin bringt, um dort Asyl zu beantragen und seine Mission zu erfüllen.

Niams Geschichte wird nicht ausschließlich, aber vornehmlich aus der beobachtenden Perspektive geschildert. Dieses habe ich als sehr sinnvoll empfunden. Zum Einen erhält die Geschichte einen besonders realen Bezug, zum Anderen lässt es dem Leser ausreichend Spielraum, sich seine eigenen Gedanken zum Geschehen zu machen – gerade im Hinblick auf Asylverfahren oder auch besonders aktuell, die Namensumbenennungen diverser Örtlichkeiten, die an die Kolonialzeit erinnern.

Seine Begegnungen, und vor Allem seine Freundschaft zu Salou, dem ein anderes Schicksal bevorsteht, transportieren auf eindrückliche Weise die Individualität der handelnden Personen, ohne zu sehr auszuschweifen, oder gar im Übermaß zu moralisieren.

Der Schreibstil ist geprägt von relativ kurzen Satzbauten, die man einem Korrespondenten zuordnen könnte. Auf diese Weise folgt der Leser der Story noch begieriger, denn er will wissen, ob Niam seine Mission erfolgreich erfüllt, oder ob die Gerichtsverhandlung das Scheitern seiner Mission bedeutet.

Auch wenn für meine Empfinden die historischen Ereignisse durchaus noch detaillierter hätten herausgehoben werden können, ist dieses Buch eine überaus spannende und nachvollziehbare Geschichte, die mehr Beachtung verdient und es absolut berechtigt auf die Longlist des tolino Newcomerpreises geschafft hat.

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