MORDFINSTERNIS von Roxann Hill/Paul Wagle [Rezension]

„MORDFINSTERNIS“ ist ein Psychothriller, den Roxann Hill gemeinsam mit Paul Wagle ersonnen hat. Es handelt sich hierbei um den Auftakt einer Serie um die Hamburger LKA-Kriminalpsychologin Dr. Evelin Wolf und den Oberstaatsanwalt Alex Gutenberg.

    • Taschenbuch: 455 Seiten
    • Verlag: Selfpublisher
    • ISBN: 979-8669317416
    • 12,99 EUR als Taschenbuch
    • 0,99 EUR als ebook (Stand: 17.08.2020)

 

 

 

 

 

 

Kurzbeschreibung: 

Niemand ist ohne Schuld.
Eine Mondfinsternis legt sich über Hamburg und taucht Häuser und Straßen in ein unwirkliches Licht. Im Nobelstadtteil Blankenese werden vier Männer im Souterrain einer Villa bestialisch ermordet. Nur die Enkelin des Eigentümers überlebt das blutige Massaker. Schwer traumatisiert und völlig apathisch wird die junge Frau inmitten der Toten sitzend aufgefunden. Sie kann sich an nichts mehr erinnern.
Oberstaatsanwalt Alex Gutenberg, der selbst mit privaten Herausforderungen zu kämpfen hat, bittet die LKA-Kriminalpsychologin Dr. Evelin Wolf um Unterstützung.
Als es Evelin gelingt, zu den verschütteten Erinnerungen der Zeugin Stück für Stück vorzudringen, beginnen sie und Alex nicht nur die Motive für das Massaker zu erahnen, sondern auch das unvorstellbare Ausmaß an Grausamkeit und Verderbtheit, das sich dahinter verbirgt.
Und Alex sieht sich unversehens mit seiner eigenen schuldbeladenen Vergangenheit konfrontiert…

Mein Eindruck:

Die Story wird aus zwei Perspektiven erzählt. Während Evelin Wolf aus der Ich-Perspektive berichtet, werden die weiteren Geschehnisse um Alex Gutenberg aus der Sicht des auktorialen Erzählers geschildert. Diese Vorgehensweise habe ich zwar als ungewöhnlich empfunden, aber auch gleichzeitig als spannend. Ich bin neugierig, ob diese Erzählform auch in den weiteren Folgen Bestand haben wird.

Als Figuren sind die beiden sehr gut dargestellt, und ihre Beziehung zueinander, die sich erst noch finden muss, ist klar gezeichnet und nachvollziehbar. Dieses detaillierten Darstellungen schließen auch den Rest des Ermittlerteams ein, den jungen Henrik Breiter und den erfahrenen Oberkommissar Strobelsohn.

Es gilt, den Mord an vier Leichen aufzuklären, die in einer Hamburger Villa aufgefunden und auf unterschiedliche Arten ermordet wurden. Die Enkeltochter des Hausherren ist schwer traumatisiert und nicht vernehmungsfähig. Hier prallen die fachliche Einschätzung der Psychologin, der Zeugin die nötige Zeit zur Verarbeitung zu geben, und der Wunsch des Staatsanwaltes nach rascher Aufklärung, zum ersten Mal aufeinander. Während sich in vielen Teams die Ermittler nach dem ersten Knall zusammenraufen und wunderbar harmonieren, prallen hier immer wieder die gegensätzlichen Ansichten aufeinander, bis zur alles entscheidenden Besprechung.

Die Ermittlungen rund um diesen Fall sind halten den Leser auf dem Laufenden, so dass er immer auf Augenhöhe der Ermittler ist. Gerade diese „Fairness“ empfinde ich als positiv.

Leider wurde der Spannungsbogen meiner Meinung nach nicht durchgängig durchgehalten. Während man begierig ist, im Fall voran zu kommen, empfindet man z.B. diverse Beschreibungen der Speisenfolge im Restaurant „Poseidon“ eher als Spannungsbruch. Diese Passagen hätten meiner Meinung nach einer Straffung bedurft.

Am meisten hat mich allerdings irritiert, dass der Fund eines Containers mit erstickten Leichen eher nur als Randnotiz behandelt wird und nicht den Raum einnimmt, den er im realen Leben genommen hätte. Die genaue Anzahl der Opfer wird im Übrigen nicht genannt, oder ich habe sie schlicht überlesen!?

Obwohl hier meiner Ansicht nach die beiden vorgenannten Prioritäten umgekehrt gewichtet eine größere Wirkung erzielt hätten, werde ich mir den nächsten Fall sicherlich auch gönnen. Denn die Neugier über die weitere Entwicklung des Ermittlerteams überwiegt.

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