BROKEN MINDS von Mari März [Rezension]

Mit „BROKEN MINDS“ von Mari März gibt es ab sofort die vierte Shortstory, die im Rahmen der #bookbitchesbox veröffentlicht wurde.

Ihr erinnert Euch? Jede Story hat folgende fünf Begriffe zu enthalten:

– Wattestäbchen
– Reizwäsche
– Goldring
– Sturm
– LEGO

    • Verlag: Selfpublisher
    • ASIN: B08814LK9H
    • 1,99 EUR als ebook (Stand: 01.06.2020)

 

 

 

 

 

 

 

Kurzbeschreibung: 

Alexandra Winter kennt nichts anderes als Gewalt. Ihr Leben lang war sie »sein Mädchen«. Erst das ihres Vaters, dann das ihres Ehemannes Axel. Dem ehrenwerten Vertreter des Gesetzes, diesem deutschen Patrioten, der für Recht und Ordnung sorgt. Auf der Straße und zu Hause.
Doch damit ist jetzt Schluss. Oder ist es erst der Anfang? Die Welt gerät aus den Fugen. Nicht nur Alexandras. Ein Virus zwingt die Menschen in ihre Wohnungen. Kein Entrinnen, keine Hoffnung … bis Sascha auftaucht.
Aus Ohnmacht wird Macht.
Aus Angst plötzlich Stärke.
Wer ist Opfer, wer ist Täter?
Wer wird am Ende überleben?

Isolation kann aus Engeln wahre Teufel machen.
Aber was ist mit jenen, die bereits Teufel sind?

Mein Eindruck:

Auch wenn die Kurzbeschreibung alles Wesentliche wiedergibt und das Ende dieser Geschichte nahezu vorhersehbar ist, hat es Mari März mit „BROKEN MINDS“ geschafft, ein Bild zu zeichnen, dass emotional anfasst. Das geschieht sich nicht nur durch die schonungslose Darstellung der Gewalt, die Alexandra Winter durch ihren Mann widerfährt. Leider ist dieses keine nur für die Story konstruierte Situation, sondern viel zu häufig Alltag in angeblich biederen Bilderbuchehen bzw. -familien.

Während man im Regelfall bei objektiver Berichterstattung von Fassungs- und Sprachlosigkeit umfasst wird, verwandelt sich diese hier in eine gehörige Portion Wut auf ihren Peiniger. Denn in „BROKEN MINDS“ bekommt die abstrakte Situation ein recht realistisch dargestelltes Gesicht. So etwas in einer Shortstory zu schaffen, ist aus meiner Sicht schon eine beachtenswerte Leistung.

Sascha, eine Freundin aus vergangenen Tagen, die Alexandra bei den Erfahrungen mit ihrem Vater unterstützt hat, erscheint und durch sie beginnt Alexandra, ihre Rolle in dieser unglückseligen Ehe zu durchleuchten und zu hinterfragen. Diese Zwiegespräche gingen mir als Leser auch an die Substanz, wenn auch in diesem Fall auf tiefgründigerer Ebene.

Ich habe selten eine derart kurze Geschichte gelesen, die sowohl die niederen Instinkte als auch die Ratio getriggert haben. Wenn das das Ziel war, hat es Mari März aus meiner Sicht mit Bravour erreicht.

Nicht erwähnen muss ich vermutlich, dass auch sie die oben genannten 5 Begriffe in die Story selbstverständlich eingepflegt hat. 😉

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