ASKLEPIOS von Charlotte Charonne [Rezension]

Mit „ASKLEPIOS“ von Charlotte Charonne komme ich zu einem weiteren Buch, das ich aufgrund meiner „Mentallethargie“ bisher noch nicht vorgestellt habe. Aber das soll sich hiermit ändern. Vielen Dank an dieser Stelle für das Rezensionsexemplar!

    • Taschenbuch: 308 Seiten
    • Verlag: edition krimi
    • ISBN: 978-394673469-7
    • 13,00 EUR als Taschenbuch
    • 8,99 EUR als ebook (Stand: 11.05.2020)

 

 

 

 

 

Kurzbeschreibung: 

Ein grausamer Mörder. Ein Gott der Heilkunst. Eine perfide Therapie. Als die fünfjährige Emma entführt und ermordet wird, zerbricht das Leben ihrer Familie. Nur schwer finden sich die Angehörigen mit Emmas Tod ab. Jahre später wird ihr Mörder aus dem Gefängnis entlassen, kurz danach verschwindet er spurlos. Wurde er entführt? Hat er wieder ein Mädchen in seiner Gewalt? Die Kommissare Ruby und Spike versuchen, die Lügen und Geheimnisse rund um den Fall zu durchschauen. Doch während das Ermittlerduo noch die Fäden entwirrt, befindet sich Emmas Mörder schon in der Hand von Asklepios, dem Gott der Heilkunst…

Mein Eindruck:

Die fünfjährige Emma wird aus dem Garten ihrer Großmutter entführt. Und obwohl nicht viel Raum gewesen ist, die beiden dem Leser nahezubringen, hat es Charlotte Charonne geschafft, mir mit der Schilderung die Eingeweide zu durchwühlen und mich tief zu triggern.

Emma wird zwei Wochen später missbraucht und ermordet aufgefunden. Ihr Peiniger, Georg Schwarz, wird gefasst und verurteilt.

Die Geschichte setzt sich 15 Jahre später fort. Die Ehe von Emmas Eltern ist zerbrochen. Georg Schwarz hat seine Haftstrafe verbüßt und wird von Asklepios entführt. Asklepios hat sich vorgenommen, dafür zu sorgen, dass Schwarz seinen Trieben nicht mehr nachgehen kann. Denn Emma war, wie sich herausstellt, nicht sein einziges Opfer. Und so beginnt für Schwarz ein Martyrium, in dessen Verlauf ihm diverse Operationen bevorstehen, die ihm Körperteile und Sinne rauben.

Währenddessen versuchen Rubina Hiller und Simon Peick, Ruby und Spike, den scheinbar abgängigen Ex-Sträfling, wieder zu finden, ohne zunächst zu wissen, dass er selbst Opfer eines Verbrechens wurde. Erst allmählich erfassen sie das Ausmaß dieses Falles, und die Zahl der Verdächtigen nimmt eher zu als ab.

Im Verlaufe der Story wechseln die Perspektiven zwischen den Ermittlern und Asklepios. Gerade die Passagen, in denen Georg Schwarz seine Folter erleidet, sind besonders fesselnd. Denn dadurch, dass Asklepios hoch professionell und scheinbar emotionslos zu Werke geht, fühlt man mit dem Opfer mit, das man ja nach seinem moralischen Wertekompass eher hassen müsste. Doch es ist nahezu beängstigend, sich selbst dabei zu beobachten, wie vorher scharf gezeichnete Grenzen verschwimmen können. Zumindest mir erging es so. Und dass Charlotte Charonne solche Effekte erzielt, ohne mit dem moralischen Zeigefinger zu wedeln, macht das Ganze noch bemerkenswerter.

Während sich in diesen Sequenzen die Spannung auf ein Höchstmaß schraubt, kommt diese bei den Ermittlungen erst allmählich in Fahrt, bleibt dann aber konstant hoch. Angesichts der psychologischen Herausforderungen, die einem Asklepios´ Aktionen abverlangt, sind diese Tempowechsel aus meiner Sicht pointiert gesetzt.

Gelegentlich begegnen dem Leser ungewohnte Sprachblüten, die zwar eher ungewöhnlich, aber dennoch treffend erscheinen. Ich vermute, das ist dem langen Aufenthalt in Asien geschuldet, und fällt für mich absolut nicht negativ ins Gewicht.

Langer Rede, kurzer Sinn: „ASKLEPIOS“ gehört für mich in die Kategorie der Bücher, die ich lesen will, um zu erfahren, wie es ausgeht – und die ich nicht auslesen will, weil es dann zu Ende ist; also eines meiner Highlights dieses Jahres!

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1 Kommentar

  1. Lieber Jörg, danke für die tolle Rezension. Und ich kann nur unterschreiben, dass ASKLEPIOS eindeutig ein Jahreshighlight ist 🥰

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