IN DUBIO PRO REO? von Christina Schwarz [Rezension]

„IN DUBIO PRO REO?“ von Christina Schwarz hatte ich bei ihrem facebook-Gewinnspiel gewonnen und irgendwie hatte ich anhand des Klappentextes keine genaue Vorstellung, was mich erwartet. Entsprechend neugierig habe ich mich daran gemacht, es zu lesen.

    • Verlag: Selfpublisher
    • ISBN: 978-3966981781
    • 11,80 EUR als Taschenbuch
    • 2,99 EUR als ebook (Stand: 11.02.2020)

 

 

 

 

 

Kurzbeschreibung: 

Wann beginnt Schuld?
Der investigative Journalist Florian Schwarz recherchiert über einen Strafprozess, der zehn Jahre zurückliegt. Das damalige Urteil empfindet er als Justizskandal und er setzt alles daran, den Opfern späte Genugtuung zukommen zu lassen, indem er dieses Verfahren wieder ins Licht der Öffentlichkeit holt.
Bevor er jedoch dazu kommt, einen entsprechenden Artikel zu veröffentlichen, sieht er sich plötzlich in jene Zeit zurückversetzt und sich selbst als Ankläger inmitten eines neuen Gerichtsverfahrens.
Ein Albtraum beginnt.

Mein Eindruck:

Vor 10 Jahren starb Alfons Winter nach einem Angriff von Hans Mechler. Florian Schwarz recherchiert zu diesem Fall und versucht Kontakt zu den damaligen Prozessbeteiligten aufzunehmen. Hierzu zählt auch Maria Winter, die Frau des Opfers, und ihren Sohn. Beide sind durch den Tod des Ehemannes und Vaters nachhaltig aus der Bahn geworfen worden und die Folgen halten auch zehn Jahre später noch an.

Nicht nur Florian hält das damalige Urteil für absolut unangemessen. Ein Unbekannter versucht zur gleichen Zeit, das Urteil zu revidieren, indem er die Personen entführt, die seinerzeit diesen Skandal herbeigeführt haben und einen Prozess über sie führt, bei dem er richten wird.

So findet sich nicht nur Hans Mechler auf der Anklagebank wieder, sondern auch der Richter Kluge, der Staatsanwalt Herbert Fritsch und Jakob Mendel, der psychiatrische Gutachter. Für Florian Schwarz ist die Rolle des Anklägers in diesem Prozess vorgesehen.

Es folgt ein atmosphärisch unheimlich dichtes Kammerspiel, dessen Ausgang zu keinem Zeitpunkt des Verlaufes abzusehen ist. Schon diese Ungewissheit sorgt für einen hohen Spannungsbogen, der durchweg bis zum überraschenden Ende erhalten bleibt.

Doch diesen Roman auf dieses Spannungselement zu reduzieren, wäre viel zu kurz gegriffen. Vielmehr treibt den Leser bei der Lektüre die Frage nach der Schuld um. Die wechselseitigen Argumente, die hier Schlag auf Schlag ausgetauscht werden, haben mich ein ums andere Mal in meiner vorgefassten Meinung ins Wanken gebracht.

Und nicht nur mir als Leser ging es so – auch die „Angeklagten“ beginnen, Ihr Wirken und die Auswirkungen auf andere zu hinterfragen, allen voran Jakob Mendel. Durch die detailliert gezeichneten Personen und ihre Gedankengänge fühlt man nicht nur mit, sondern ist im Gerichtssaal des schwarzen Richters, wie er sich nennt, förmlich anwesend.

Wer also auf der Suche nach einem spannenden Buch ist, welches zum Nachdenken anregt, sollte sich „IN DUBIO PRO REO?“ definitiv gönnen!

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