NEGERKUSS von Meredith Winter [Rezension]

Ein Buch, welches vor Erscheinen schon die Wellen der Empörung hochschlagen lässt, weckt natürlich mein Interesse. So verhielt es sich mit „NEGERKUSS“ von Meredith Winter. Um mir also mein eigenes Bild zu machen, habe ich das Angebot zu einem Rezensionsexemplar angenommen. Herzlichen Dank an den Sommerburg Verlag.

    • Taschenbuch: 224 Seiten
    • Verlag: Sommerburg Verlag
    • ISBN: 978-3981872279
    • 9,99 EUR als Taschenbuch
    • 4,99 EUR als ebook (Stand: 13.01.19)

 

 

 

 

 

Kurzbeschreibung: 

Sakita gehört zu einer der zwölftausend Menschen aus Nigeria, die nach Deutschland flohen, um der islamistischen Gewalt und dem Terror zu entkommen.
Frederik ist Deutscher, Arzt und seit zwölf Jahren angesehenes Mitglied einer rechtsextremen Partei.
Als Sakita sowie weitere Flüchtlinge in sein kleines 800–Seelen-Dorf einkehren sollen, protestieren die Dorfbewohner und er vehement dagegen.
Zu wichtig ist ihm der Nationalstolz, zu groß seine Aversion gegen Ausländer.
Dass dies der Anfang einer großen Liebesgeschichte werden wird, ahnt er zu dem Zeitpunkt noch nicht.
Dass er seine rosarote Brille nicht ewig tragen kann, auch nicht.
Eine mörderische wie politisch getriebene Achterbahn der Gefühle beginnt …

Mein Eindruck:

Wie bereits in „Blutpsalm“ ist Sommerburg Schauplatz des Geschehens und es begegnen dem Leser auch wieder einige bekannte Personen.

Die Geschichte wird wechselweise aus Sakitas und Frederiks Sicht in der Ich-Form geschildert. Diese Wechselschilderungen greifen nahezu nahtlos ineinander über, so dass sich die Story recht flüssig lesen lässt.

Der klare, relativ schnörkellose Schreibstil tut sein Übriges, um der Geschichte gerne zu folgen. Trotz dieser Schreibweise hat es Meredith Winter verstanden, die Gefühle der beiden Protagonisten recht gut zum Leser zu transportieren.

Dennoch habe ich mir mitunter eine längere Ausdehnung der Geschichte gewünscht. An manchen Stellen wirkte das Geschehen etwas zu komprimiert, so dass auch das Ende etwas überfallartig wirkte.

Man merkt diesem Roman auf alle Fälle an, dass die Autorin auf sachlicher Ebene recht intensiv recherchiert und sich sowohl mit den Lebensumständen der Flüchtlinge als auch mit den Ansichten des politisch rechten Spektrums auseinander gesetzt hat.

Eine Liebesgeschichte geht im Regelfall von zwei Liebenden aus, die aus verschiedenen bzw. konträren „Welten“ stammen und gegen alle Widerstände zueinander finden.

Die hier geschilderte Kombination zwischen einer Geflüchteten und einem politischen Rechtsaußen birgt angesichts der derzeitigen politischen Stimmungen in Deutschland durchaus einige Risiken, wie die Autorin bereits bei der Ankündigung von „NEGERKUSS“ feststellen musste.

Auch wenn man über die Art und Weise des Marketings, hinsichtlich des Covers und des Titels geteilter Meinung sein kann, ist der Vorwurf, dass es sich hier um ein nationalistisch verherrlichendes Buch handelt, auf keinen Fall berechtigt.

Es handelt sich schlicht um eine Liebesgeschichte zweier Menschen, die hinsichtlich ihrer Herkunft und ihrer Prägung niemals zusammenkommen dürften – nicht mehr und nicht weniger!

Und unter diesem Gesichtspunkt betrachtet ist „NEGERKUSS“ eine kurzweilige Lektüre.

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