50: HELMUT JORDANS DRITTER FALL von Arne Dessaul [Rezension]

Als 1968er-Baujahr sprang mich „50: Helmut Jordans dritter Fall“ von Arne Dessaul natürlich direkt an. Obwohl ich ein Freund chronologischer Abläufe bin, und auch schon „Trittbrettmörder“ und „Bauernjäger“ mein eigen nennen kann, konnte ich nicht widerstehen und bin mit dem dritten Fall gestartet.

    • Taschenbuch: 312 Seiten
    • Verlag: epubli
    • ISBN: 978-3746754833
    • 10,99 EUR als Taschenbuch
    • 2,99 EUR als ebook (Stand: 29.10.18)

 

 

 

 

Kurzbeschreibung: 

Die Universität Bochum will ihren 50. Geburtstag feiern. Im Mittelpunkt steht eine Parade von 50 Universitätsmitgliedern der Stunde null. Doch scheinbar möchte irgendjemand verhindern, dass alle 50 daran teilnehmen.
Kriminalhauptkommissar Helmut Jordan, Leiter der Kripo Wolfenbüttel, hilft seinem Bochumer Kollegen Henning Schmitt bei der Suche nach dem Täter. Denn eine der Spuren führt in die Wolfenbütteler Herzog-August-Bibliothek und von dort geradewegs in die Oker.
Die Suche ist alles andere als einfach, denn der Täter hat offenbar verschiedene Strategien, Leute von der Parade fernzuhalten.

Mein Eindruck:

Das Wesentliche zuerst: es ist nicht zwingend erforderlich, die ersten beiden Fälle von Helmut Jordan zuerst gelesen zu haben, da dieser Fall in sich abgeschlossen ist. Doch wer „50: HELMUT JORDANS DRITTER FALL“ gelesen hat und auf Krimis steht, wird nicht umhin können, sich auch die beiden ersten Fälle anzuschaffen. 😉

Nunmehr zum dritten Mal begeben sich Helmut Jordan und Lisa Bertram, Kommissare aus Wolfenbüttel und Henning Schmitt, Kommissar aus Bochum aus Mörderjagd. Am Beginn der Ermittlungen steht eine anscheinend verunfallte Wasserleiche, die in der Oker gefunden wird.

Es handelt sich um Walter Germann, einer der Teilnehmer an der Parade zum 50-jährigen Jubiläum der Ruhr-Uni Bochum, die jemand zu sabotieren versucht. Die Parade wird ausgerichtet von Henning Schmitts Vater Winfried, einem wahren Ekelpaket.

Manche Teilnehmer der zukünftigen Parade verschwinden, manche sterben, andere erhalten Einladungen zu einem Paralleltermin, bei dem sich ihre größten Wünsche erfüllen können. Der Saboteur geht hierbei mit großer Raffinesse zu Werke. So machen sich die Wolfenbütteler Kollegen inoffiziell auf den Weg nach Bochum, um dieses Rätsel zu lösen.

Arne Dessaul schafft es mit seinen sehr detaillierten Schilderungen, dem Leser sowohl die Gedankengänge der Akteure nahe zu bringen, wie auch die Gegenden, in denen sich die Geschehnisse abspielen. Meistens führt eine solche „kleinteilige“ Schreibweise zu einer gähnenden Langatmigkeit, doch hier kann davon keine Rede sein. Denn der Autor versteht es geschickt, diese Beschreibungen mit ständig wechselnden Entwicklungen, Personen und Orten zu verknüpfen, so dass hier keine Langeweile aufkommt.

Der Schreibstil ist dabei sehr flüssig und dennoch akribisch. Dieses merkt man z.B. in den kurzen Passagen, in denen er zwischen den verschiedenen Zeitformen perfekt wechselt.

Scheinbar zusammenhanglose Sequenzen und unerwartete Wendungen werden zu einem Gesamtbild verknüpft und lassen den Leser dabei miträtseln. Dabei werden sie mehr als einmal in die Irre geführt und die Geschichte mündet in einen unerwarteten, derart knappen Showdown, dass es einem den Atem verschlägt. Und wenn man versucht, weiter zu wischen, obwohl dort tatsächlich ENDE prangt, dann ist es in meinen Augen ein Krimi par excellence.

 

 

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