WILLKÜR von Daniel C. Bergmann [Rezension]

Da sich das Lesen von Krimis nicht nur auf Regionalkrimis aus dem Bereich Dortmund/Unna erstreckt, hat mich mein Weg durch Deutschland in den Mannheimer Raum verschlagen und ich durfte den ersten Band der Heilbrunner-Messer-Reihe lesen:

    • Taschenbuch: 291 Seiten
    • Verlag: Independently published
    • ISBN: 978-1521471098
    • 9,99 EUR als Taschenbuch
    • 1,99 EUR als ebook

 

 

 

 

 

Kurzbeschreibung: 

Torsten Messer ist Journalist bei einem lokalen Radiosender in Mannheim. Gemeinsam mit Kommissar Dieter Heilbrunner hat er vor einem Jahr in einer mysteriösen Mordserie ermittelt, die äußerst blutig und traumatisch zu Ende gegangen war. Während die beiden Männer mit dem Alltag zu kämpfen haben, verschwindet Matthias, der Sohn Heilbrunners, spurlos. Wenig später wird eine junge Frau ermordet. Ein normaler Fall für den Ermittler Heilbrunner? Als eine Spur zu seinem Sohn entdeckt und kurz darauf eine zweite Leiche gefunden wird scheint klar: Ein Serienkiller mordet in der Kurpfalz und hat Matthias in seiner Gewalt. Für das ungleiche Duo Heilbrunner und Messer beginnt die fieberhafte Suche nach dem Mörder, der sie zu Heilbrunners Sohn führen soll. Aber mit jedem Mord sinken die Chancen, den Jungen lebend zu finden. Zwischen den Opfern scheint es keinen Zusammenhang zu geben, es gibt keine Zeugen, der einzige Tatverdächtige ist ebenfalls spurlos verschwunden. Kann Markus Lind, der beste Freund Messers, dem Team entscheidende Hinweise beschaffen? Dann überschlagen sich die Ereignisse und der Kommissar muss eine Entscheidung treffen, die sein Leben für immer verändern wird.

Mein Eindruck:

Die Story spielt rund ein Jahr, nachdem sich Heilbrunner und Messer kennengelernt haben. Dieses Kennenlernen wird im Verlaufe der Geschichte immer wieder angesprochen, ohne daß die Story dahinter letztendlich auserzählt wird. Zu Beginn mag das den Leser verwirren, allerdings stellt das ein zusätzliches Element dar, um den Leser in dem Plot zu binden. Denn aufgrund der Andeutungen will man unweigerlich wissen, was genau Heilbrunner und Messer verbindet.

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. In der dritten Person werden die Ereignisse um Heilbrunner, Messer und die anderen handelnden Personen beschrieben, die Ansichten des Killers werden aus der Ich-Perspektive erzählt. Die Gegensätzlichkeit, mit der die beiden Seiten agieren, wird dadurch noch fesselnder: hier das Team, welches verzweifelt nicht nur versucht, die Mordserie zu lösen, sondern auch Heilbrunners Sohn zu finden und auf der anderen Seite der Mörder, der einen sehr tiefen Einblick in seine psychopathische Seele gibt. Man verspürt beim Lesen durchaus das Bedürfnis, selbst Hand an sein überbordendes Ego zu legen. Immer wieder scheint der Mörder seinen Verfolgern eine Spur voraus zu sein, und man fiebert den Showdown herbei.

Die Perspektivwechsel sind meiner Meinung nach immer an den richtigen Stellen gesetzt, und der Erzählstil ist recht flüssig.

Sowohl die handelnden Personen als auch die beschriebenen Abläufe auf der Suche nach dem Täter sind detailliert und wirken authentisch.

Mich hat das Buch durchgängig gefesselt und bei mir werden auch die weiteren Bände der Heilbrunner-Messer Reihe Einzug halten.

 

 

2 Kommentare

  1. Ich denke auch, dass man sich nicht nur auf die Regionalkrimis seiner eigenen Heimat beschränken sollte. Regional bedeutet für mich zu aller erst, dass mich neben dem eigentlichen Fall liebevolle und originelle Protagonisten und Schauplätze erwarten. Das kann kann ein Ostseekrimi mit rauem Wetter und rauem Ermittler sein, ebenso wie ein Bayernkrimi bei dem ein schrulliger Dorfpolizist auf der saftig, grünen Alm Mörder jagd.

    • Ich tu mich mit dem Begriff “Regionalkrimi” an sich eh schwer. Ist nicht jeder Krimi, der an einem real existierenden Ort spielt, ein Regionalkrimi? Und da das in meinem Empfinden ca. 95 % aller Krimis ausmacht, müssten die ja nun alle unter dem Genre des Regionalkrimis verortet sein!? Oder habe ich da einen Denkfehler?

Kommentar verfassen