[Rezension] EL POLLO – ENTSCHEIDUNG IN DER SIERRA CHICA von Martin Gehring

Heute möchte ich mich mal wieder selbst plündern und eine Rezension einstellen, die ich bereits im letzten Jahr auf meinem alten, mittlerweile toten Blog veröffentlicht hatte. Manche Bücher haben es verdient, daß man sie für die Einen komplett neu und für die Anderen erneut ins Gedächtnis ruft. Hierzu gehört definitiv “EL POLLO – ENTSCHEIDUNG IN DER SIERRA CHICA” von Martin Gehring.


Kurzbeschreibung:

Karl May war gestern, denn in der Sierra Chica sind die Hühner los! Eines Tages wird das kleine Dorf Carrizo von den Four Roosters, einer skrupellosen Ganovenbande, heimgesucht. Die vier Hühnerbrüder fordern nicht nur die Wertsachen der Einwohner, sondern auch den Kopf El Pollos. Sancho, ein junger Gockel des Dorfes, wird ausgesandt, um den sagenhaften Helden zu finden. Wie die Wahrheit über El Pollo Sanchos Leben verändert, ob er sein Dorf retten kann und welche Rolle der Händler und Erfinder Monsieur Coq au Vin und die bezaubernde Tänzerin Esmeralda spielen, erfährt der Leser im preisgekrönten Roman ‚El Pollo – Entscheidung in der Sierra Chica‘.

Mein Eindruck:

Bevor es ins Eingemachte geht, erst eine kurze Vorbemerkung zur Phonetik: El Pollo hat nichts mit Pollen zu tun, wird also nicht so ausgesprochen. Vielmehr spricht man es wie in Mallorca; für die Ruhrgebietler: Majorca! 😀

Nun aber zum eigentlichen Buch: ich war erst skeptisch, weil ich grundsätzlich nicht sehr viel mit Western am Hut habe. Die Tatsache, daß es sich bei den handelnden Akteuren um Hühner handeln sollte, verstärkte diese Skepsis noch mehr. Aber ich habe mich an diesen „Hühner-Western“ herangewagt und konnte nicht aufhören, diesen aus der Hand zu legen, bis auch das letzte Wort inhaliert war.

Die Akteure sind sehr plastisch, detailliert und nahezu liebevoll dargestellt. Und dieses schliesst auch die Randfiguren mit ein.

Die Story an sich ist sehr westerntypisch, wobei die Adaption auf die Hühner absolut gelungen ist und auch stringent durchgehalten wird. Im Verlaufe der wortwitzigen und actionreichen Story bemerkt man es kaum, daß es sich hier nicht um Menschen handelt, und schon bald ist es das Selbstverständlichste auf der Welt, daß die Ritte per Klapperhasen vorgenommen werden. Dabei wirkt die Geschichte auf mich zu keinem Zeitpunkt albern. Dieses Buch ist Kopfkino pur!

Nicht zu Unrecht hat der Autor mit diesem Werk 2015 den Unknown Buchpreis der Buchmesse Essen gewonnen.

Wer also auf der Suche nach einem originellen Buch abseits des Mainstreams ist, wird hier Bestens bedient.

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