[Rezension] SCHATTENSPRINGER von Daniela Schreiter

Asperger-Syndrom, eine Form des Autismus – mittlerweile gibt es viele Bücher dazu auf dem Markt, die aufklären wollen und Hilfestellung leisten sollen, sowohl für die Betroffenen als auch die Angehörigen.

Auch wir als Eltern eines betroffenen Kindes haben versucht, uns dadurch ein wenig schlauer zu machen.

Bei unserer Suche sind wir dann auch auf „Schattenspringer – Wie es ist anders zu sein“ von Daniela Schreiter gestossen.

    • Gebundene Ausgabe: 160 Seiten
    • Verlag: Panini Verlag
    • ISBN: 978-3862019502
    • 19,99 EUR als Taschenbuch
    • 15,99 EUR als kindle-ebook (Stand: 11.06.17)


Kurzbeschreibung:
Daniela Schreiter, Comic-Zeichnerin, Autorin und Illustratorin aus Berlin, beschreibt in ihrer ersten Graphic Novel Schattenspringer unterhaltsam, authentisch und berührend ihre Kindheit und Jugend. Schon als kleines Mädchen verhielt Daniela sich anders als andere Kinder ihres Alters – unverständlich für ihre Umwelt, bis bei ihr das Asperger-Syndrom, eine spezielle Form des Autismus, diagnostiziert wurde.

Mein Eindruck:
Daniela Schreiter beschreibt in 5 Kapiteln ihr Leben als Asperger-Autistin. Sie erzählt in Bild und Wort, wie es ist, anders zu sein und sich dadurch bisweilen wie ein Alien zu fühlen. Umrahmt ist die Story von einer Einleitung und einer Erklärung zum Asperger-Autismus von Benjamin Falk.

Scheinbar normale Dinge führen bei Asperger-Autisten schnell zur Überforderung, sowohl körperliche Reize betreffend, als auch die Interaktion mit anderen Menschen. Die Zeichnungen sind liebevoll gestaltet und die Texte dazu sind leicht verständlich, so daß nicht Betroffene sich sehr gut in ihre Welt hinein versetzen können.

In vielen Dingen, die die Autorin beschreibt, hat sich unserer Junior wieder erkannt. Durch das Buch war er nun auch besser in der Lage, seine Befindlichkeiten zu artikulieren. Uns als Eltern hat das Buch in manchen Dingen aufgezeigt, warum Junior so „tickt“ wie er tickt. Viele seiner Verhaltensweisen, die für uns nicht nachvollziehbar waren und bestenfalls eine Stirnrunzeln ausgelöst haben, sind für uns tolerabel geworden.

Und auch für Geschwisterkinder ist das Buch ein hilfreicher Wegweiser zum besseren Verständnis für den andersartigen Bruder bzw. die andersartige Schwester. Das äußert sich unter anderem darin, daß unsere 11-jährige Tochter der Autorin vor einiger Zeit per Facebook-Chat unbedingt mitteilen musste, daß sie nun weiß, wie sie mit ihrem Bruder umgehen muß. Und bei jedem Gespräch, in dem es zum Thema Asperger kommt, wird „Schattenspringer“ von ihr dermaßen angepriesen, daß man meinen könnte, sie bekäme Provision dafür. 😀

Fazit:
Auch wenn das Buch nicht durchgängig, sondern nur auf den ersten Seiten coloriert ist: Für alle, die mit Asperger-Autisten zu tun haben – sowohl Betroffene und Familienangehörige als auch Pädagogen und Integrationskräften – ist diese Graphic Novel aus unserer Sicht absolut zu empfehlen!

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